Wolle
Als Wolle bezeichnet man die weichen Haare des Fells einiger Säugetiere, insbesondere vom Schaf (3% der Weltfaser-Produktion). Wolle ist Ausgangsprodukt für verschiedene Stoffe, wie Flies, Tweed, Garne oder Filz aus denen Produkte wie Pullover, Jacken, Taschen, Matratzen- und Sitzbezügen etc. hergestellt werden.
Produktion des Rohstoffs
Dieser nachwachsende Rohstoff wird Großteils durch extensive Weidewirtschaft, bei der die Tiere das ganze Jahr über im Freien sind produziert. Schafherden sind anspruchsloser als Rinder und weiden teilweise in Regionen, wo sich landwirtschaftlicher Anbau nicht lohnen würde und stellen daher ein Mittel zur schonenden Landschaftspflege dar. Dennoch kommt es oft zum Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden und Medikamenten. Regenwälder werden für Weideflächen gerodet und anschließend mit dem Flugzeug gedüngt, um den Graswuchs zu erhöhen. Um die Vermehrung von Ektoparasiten in Großschafherden zu vermeiden, werden die Tiere durch Pestizidbäder geführt oder es werden Medikamente durch die Nahrung verabreicht. Dies hat nicht selten Bodenbelastungen und Verunreinigungen des Grundwassers zur Folge.
Weiters produzieren Schafe bei der Verdauung das Treibhausgas Methan und die Versorgung der Tiere mit Futtermittel führt zu vermehrten Emissionen.
Verarbeitung
Auch bei der Verarbeitung kommt es zum Einsatz von Chemikalien. Eingesetzte Weichmacher wie Phtalate sind endokrin wirksam (können in die Blutbahn gelangen und den Hormonhaushalt beeinflussen) und stehen im Verdacht allergieauslösende Wirkung zu haben (Hautallergien durch Textilien). Bei der Aufbereitung der Wolle in der Kämmerei fallen beim Waschen belastete Abwassermengen an (im Schnitt 0,2 Milligramm Pestizide pro Liter Abwasser). Weiters sind Spinnen und Färben sehr energieintensive Produktionsschritte, die begrenzte Primärenergieressourcen benötigen.
Innerhalb der textilen Kette kommt es zu globalem Transportaufkommen, welches zu Luft- und Wasserverschmutzungen und zur Zerstörung des ökologischen Gleichgewichtes führt.
Nutzung
Hervorzuheben ist der relativ niedrige Energiebedarf im Vergleich zu Baumwolle, da niedrige Waschtemperaturen ausreichen und Bügeln und elektrisches Trocknen entfallen. Wolle ist selbstreinigend und muss nicht so häufig gereinigt werden, regelmäßiges Lüften ist meist ausreichend. Wolltextilien nehmen Schmutz und Schweißgeruch im Vergleich zu Kunstfasern kaum auf und leiten Feuchtigkeit wesentlich schneller ab als z.B. Baumwolle.
Nach Gebrauch
Eine nachhaltige Verlängerung der Produktnutzungsdauer, also die Wiederverwendung von Altlederkleidung (Flohmarkt) ist anzustreben. Die Versorgung von Entwicklungsländern mit Altkleidern verkleinert zwar die Müllberge in den Industrieländern führt aber oft zur Zerschlagung der Märkte vor Ort. Einen neuen Wirtschaftszweig stellt die Verwertung von Textilwollresten zu neuen Produkten wie z.B. Dämmstoffen dar. Die Entsorgung von verarbeiteter Wolle erfolgt meist über kostspielige Deponierung und thermische Verwertung.
Quellen:
Falls nicht anders angegeben, stammen die Inhalte aus dem Endbericht des Fabrik der Zukunft Projektes "ECODESIGN Lernspiel - Konzeption eines ECODESIGN Lernspiels für Schulen und Jugendorganisationen", Projektnr. 813029, Institut für Konstruktionswissenschaften, Forschungsbereich Ecodesign, TU Wien, 2008