Polyester und PET
Produktion des Rohstoffs
Polyester gehört zur Gruppe der vollsynthetischen Faserstoffe und wird aus Glykol und dem Erdölprodukt Terphthalsäure hergestellt. Rund 60% der Chemiefasern bestehen aus Polyester, damit ist es die am häufigsten verwendete Kunstfaser weltweit.
Der Ausgangsrohstoff Erdöl gehört zu den nicht erneuerbaren Energieträgern und ist somit eine begrenzte Ressource. Allerdings wird weniger als ein Prozent des geförderten Rohöls für synthetisch hergestellte Fasern verwendet.
Polyethylenterephthalat (PET) ist ein thermoplastischer Kunststoff der durch alkoholische Umesterung aus Polyester hergestellt wird und vielfältig verarbeitet und eingesetzt werden kann. Zu den bekanntesten Verwendungszwecken zählen die Herstellung von Kunststoffflaschen und die Weiterverarbeitung zu Textilfasern. Das Recycling von PET ist umweltschonender als die Deponierung, da PET nicht kompostierbar ist und der Energieinhalt bei der Deponierung verloren geht. Die Weiterverarbeitung von PET zu Textilien führt zu einer Einsparung von Material- und Energieressourcen gegenüber der Neuproduktion. 2006 wurden in Japan beispielsweise über 50% der recyclierten PET-Flaschen zur Produktion von Textilien verwendet.
Schon bei der Gewinnung des Rohstoffes wird erheblich in die Natur eingegriffen, so werden z.B. Wälder für die Plattformen der Probebohrung, der Bohrtürme (3 bis 20 ha) und der Pipelines gerodet. Bei der Förderung des Erdöls wird zusammen mit dem Öl und Gas sogenanntes Formationswasser, das Schwermetalle und giftige Salze enthält, transportiert. Irreversible Umweltverschmutzungen entstehen durch die meist alten und leckenden Pipelines und durch Tankerunfälle, mit verheerenden Auswirkungen auf die Lebensräume Meer, Watt und Küste.
Für den Transport von schweren Maschinen und der gesamten Versorgung werden Straßen ausgebaut und natürliche Lebensräume zerstört. Rund um Erdölfelder und Raffinerien kommt es zu einer Verschlechterung der Luftqualität, aber auch globale Klimavorgänge werden durch Emissionen (Schwefeldioxide, CO2 etc.) beeinflusst. Durch den Klimawandel verursachte Klimakatastrophen wie Dürren- und Fluten häufen sich weltweit.
Verarbeitung
Aufgrund der niedrigen Farbechtheit wird Polyester in einem Temperaturbereich von annähernd 130° Grad gefärbt und dadurch ist der Energiebedarf sehr hoch. Weiters ist die Färbung von Polyesterfasern mit Dispersionsfarben mit hohem Wasserverbrauch verbunden. Pro Kilogramm Textilien werden zwischen 40 und 140 Litern Frischwasser verbraucht. Zugleich fällt eine etwa gleich große Menge belasteten Abwassers an. Zudem ist im wässrigen System der Einsatz von Färbehilfsmitteln und anderen Chemikalien notwendig, die zum Teil in erheblichen Mengen ins Abwasser gelangen.
Nutzung
Polyesterfasern können in der Nutzung energiesparend gereinigt werden, allerdings ist eine Reinigung aufgrund der Schweißbildung, im Vergleich zur Naturfaser, häufiger notwendig (hoher Wasserverbrauch). Bei Wollpullovern reicht regelmäßiges Lüften.
Polyesterfasern sind beständiger als Naturfasern. Sie können von Fäulnisbakterien, Schimmelpilzen und Mottenlarven nicht befallen werden. Polyester wird häufig mit Naturfasern gemischt für Textilien aller Art eingesetzt. Es ist knitterarm, reißfest und beständig. Allerdings lädt sich die Faser leicht auf und zieht somit schnell Staub an, wodurch Hautallergien auftreten können. Polyesterfasern sind besonders licht- und wetterbeständig und damit widerstandsfähig gegen klimatische Einflüsse.
Organische Lösungsmittel wie Chlortoluole und Chlorbenzole, die als Hilfsmittel bei der Färbung von Fasern aus Polyester und Wolle-Polyester-Mischungen mit Dispersionsfarbstoffen verwendet werden haben eine schwach hautreizende Wirkung und können toxisch insbesondere auf Leber, Niere und Nebenniere wirken.
Nach Gebrauch
Die Rezyklierung von fertigen Textilien ist aufgrund von Fasermischungen schwierig. Die Entsorgung biologisch nicht abbaubarer Polyester-Textilien erfolgt einerseits über kostspielige Deponierung oder andererseits über thermische Verwertung, wo der Energieinhalt genützt werden kann. Eine nachhaltige Verlängerung der Produktnutzungsdauer durch z.B. Wiederverwendung ist anzustreben.
Quellen:
Falls nicht anders angegeben, stammen die Inhalte aus dem Endbericht des Fabrik der Zukunft Projektes "ECODESIGN Lernspiel - Konzeption eines ECODESIGN Lernspiels für Schulen und Jugendorganisationen", Projektnr. 813029, Institut für Konstruktionswissenschaften, Forschungsbereich Ecodesign, TU Wien, 2008